Rede Aschermittwoch 2014 - Rollmops 14

Schön, dass es wieder ein Rollmopsessen gibt. Alle da? Kein Journalist auf die Dörfer verbannt? Rollmops spielt eine wichtige Rolle, schon wegen des Fischgeruches. Der scheint z.B. auf unseren Obermeister eine, vielleicht altersbedingte Beruhigungswirkung auszuüben. Was musste er sich hier schon für Frechheiten anhören. Hat er alles mannhaft weggesteckt! Auch im Stadtrat habe ich beobachtet, wenn Fisch im Angebot der Pausenversorgung war, wurde keine Tür von außen zugeschlagen. Ganz schlecht scheint sich dagegen Tabakgeruch auszuwirken. Berndi kann ein Lied davon singen! Aber deswegen muss man doch nicht gleich den ganzen Laden schließen. Wie soll denn jetzt die Presse ihre Seiten vollkriegen? Übrigens beantrage ich, dass Rollmops auch bei den Neujahrsempfängen auf den Tisch kommt!
Wir befinden uns ja alle wieder im Wahlkampfmodus. Als ich neulich am Rande einer Parteiversammlung das Lied „Wie schön blüht uns der Maien“ summte, gab es Proteste: Das seien pessimistische Töne“. Ja wem blüht denn der Mai? Werden wir sehen.
 Es werden wieder Wahlkampfprogramme geschrieben, von denen man annimmt, dass sie keiner liest. Weit gefehlt! Unsere alten Programmpunkte stehen plötzlich wieder auf. Der Bürgerbeteiligungshaushalt wurde nach zwei Anläufen von der CDU übernommen und schließlich von den Bockwürsten neu erfunden. Die Servicestelle der Verwaltung ist Thema der JU. Selbst die Buslinie nach Heyda feiert eine Wiedergeburt. Trotzdem hat der Prof. beim Lesen unserer Programme noch eine niedrige Startnummer.
Es gibt halt zu wenig Themen in so einer Stadt. Da müssen die fluktuieren.

Alle Parteien haben Großes vor. Die JU wollte 6 Abgeordnete in den Stadtrat bringen, also 100% der CDU. Sie  haben allerdings gar nicht so viel aufgestellt. Bis zu welchem Alter geht denn JU? Andreas, solltest Du der Einzige sein?` Du wirst ja viel Zeit nach dem Landtagswahlkampf haben! Sind da einige schwanger? Kleiner Test, wie bekannt noch DDR-Witze sind. Eine LPG meldet 100 Kühe. Der Kreis meint, davon sind mindestens 50% tragend, meldet also 150 weiter. Am Schluss der Meldekette sind es 200 Kühe, also beschließt man 100 zu exportieren. Die CDU  hat sich, wie die FW auch, medizinische Unterstützung gesichert. Für einen Linken wird es jetzt langsam schwierig. Beide wichtigen menschlichen Zentren sind in CDU – Hand. Wenn man da renitent ist, hat vor allem der Urologe mächtige Folterwerkzeuge. Der OB nicht mehr an der Spitze der Liste! Da kann man trefflich spekulieren. Will er Petra unter Druck setzen? Wahrscheinlich ist es aber nur das Alter. Die Zweitwohnung wird zu wenig ausgelastet. Das hatten wir schon alles registrieren lassen. Wann kommt der OB und mit wem? Die Daten zeigen, dass sich diese Wohnung nicht mehr lohnt.
Man kann auf die Wahlplakate gespannt sein. Wird er über allen schweben oder ist wie auf Ikonen nur ein Auge zu sehen?
Die Linken haben bereits angekündigt, die stärkste Partei werden zu wollen. Das scheint bei der Altersstruktur der Bevölkerung realistisch. Unsere Liste wird wieder unter dem Motto aufgestellt: Dem Alter eine Chance – Alten Menschen ein Wohlgefallen!
„Alte Menschen werden Brüder, wenn, die Krankheit uns vereint“ Wir erreichen langsam Politbüroreife. Das ist auch gut so, denn manches im Stadtrat kann man nur ertragen, wenn man schon sehr erfahren, positiv ausgedrückt, ist. Allerdings wird damit das Akkustikproblem im Ratssaal noch größer. Den Aufzug haben wir ja schon fast geschafft. Jetzt muss also die Anlage doch her. Wir werden entsprechend nerven und mit Oswald haben wir dabei eine scharfe Waffe!
Die SPD hatte ja zur Wahl Haustürbesuche angekündigt. Ich hatte da immer so wechselnde Träume. Eine Frau stand vor der Tür. Karin dachte ich und dann war sie es doch nicht und es wurde zum Alptraum. Gut, dass unsere nicht auf diese Idee gekommen sind. Petra hätte nicht viele Häuser geschafft-
Petra sollte dem OB schöne Augen machen. So hoffnungslos scheint mir das beim OB noch nicht zu sein. Leider scheint aber Beate mehr zu ziehen. Es müssen alle Waffen eingesetzt werden.
Für die künftige Durchführung von Stadtratssitzungen möchte ich noch einen Vorschlag für einen rationalisierten Ablauf machen. Die HH-Diskussionen sind doch in letzter Zeit etwas langweilig geworden, vor allem wegen der vielen Wiederholungen, die die kleineren Fraktionen besonders stört. Deshalb folgende Mustertagesordnung:
1.    Einzug des OB
Der Stadtrat singt:
Da hat der Rüdiger als Dirigent gleich eine gute Aufgabe.
BUM, NUM, BUM – Oswald an der Pauke, da fühlt er sich wohl.
Jauchzet frohlockend und preiset die Tage! Jauchzet frohlocket und sehet, was heute der Höchste wird tun! Das ist übrigens kein Kampflied, Herr Hess. Mit dem Choral erkennen wir den alten Messias ebenfalls an, Aber Vorsicht, der alte Messias wurde gekreuzigt. Von wem wollen wir jetzt mal nicht erörtern, man hat schnell ein Etikett am Hals. Das war damals nicht die Opposition auch nicht die Presse. Heute ist da nichts mehr zu befürchten!
2.    Ergebenheitserklärung
Thomas Fastner erklärt die unverbrüchliche Verbundenheit von Parteien und Regierung nach bekanntem Muster. Damit wird eine alte Tradition aufgegriffen, denn seine letzte diesbezügliche Erklärung ähnelte fast ner Rede auf dem 11. Plenum.
3.    Haushaltsdiskussion
Der OB stellt die Erfolge der Stadt kurz vor. Ausgangspunkt ist natürlich seine exakte Einschätzung der weltpolitischen Lage und wie alles zusammenhängt und die Leute es zu sehen haben. Dadurch könnte auch die Neujahrsansprache kürzer und damit erträglicher gestaltet werden
Daniel wies schon den Weg für den weiteren Verlauf. Wir fassen alle Diskussionspunkte in den Ausschüssen zusammen in einer Rede, die dann von einer Fraktion, jährlich wechselnd, vorgetragen wird. Damit entfällt auch das lästige Wiederholen in den einzelnen Vorträgen und alle sind Erster. Eine win-win-Situation! Notfalls kann auch der OB die Rede schreiben lassen. Man fühlt sich gleich wieder jung!
4.    Gründung bzw. Ausbau eines Stadtbetriebes
Nachdem wir das mit der Fernwärme erfolgreich gelöst haben, muss konsequent weiter gearbeitet werden. Die Älteren kennen das Begriff Stamokap noch. Sie wussten nur nicht, dass das Stadtmonopolistischer Kapitalismus heißt. Die Wiege des Sozialismus liegt also nicht im Staat, sondern in der Stadt. Die nächsten Aufgaben sollten also sein
Kommunalisierung des Bäckerwesens
städtische Poliklinik
Faschingsgesellschaft
Druckerei
Obst und Gemüse (schönen Gruß an Herrn Pöhl, der da schon theoretische Vorarbeit geleistet hat.
Eigentlich müssten fast alle Parteien interessiert sein:
- die CDU, weil dann wieder Posten zu verteilen sind
- die SPD auch aus diesem Grund, Sie müsste nur die alten Parteiprogramme wieder
   hervorholen
- das Bürgerbündnis, weil sie sozial denken und im Kern auch sozialistisch sind und weil
   einige zu jung sind, um sich vom schlechten Beispiel abschrecken zu lassen.
Nur mit den Freien Wählern könnte es Schwierigkeiten geben. Sie müssten nach dem Muster der LPG-Bildung ihrer Klientel klar machen, dass dann die Selbstausbeutung beendet wird und alle geregelte Arbeitszeiten und viel Urlaub haben. Entsprechendes Agitationsmaterial wird sich in unseren Archiven doch noch finden.
Die Führung muss dabei die Führung übernehmen. Sonst wird das womöglich noch was.
5.    Bürgerfrage- bzw. huldigungsstunde
Bei so viel Einigkeit im Stadtrat werden wir es doch schaffen, die Diskussion entsprechend zu gestalten. Frau Dr. Sturm wird doch wohl so viel Zeit haben.
6.    Sonstiges
Darunter könnte dann der Sport laufen. Hand hochreißen in möglichst kurzer Zeit.
7.    Abgesang
Stadtrat – Sitzungen  finden  in der Festhalle (Auslastung!) statt. Teilnahme wird Bürgerpflicht! Unsere Alten werden sich wieder jung fühlen.
Das sind doch Perspektiven. Lasst uns heute einen Impuls geben.
Vorwärts zu neuen Erfolgen!
Jauchzet frohlocket!