Die Leserbriefe sind Ausdruck der persönlichen Meinung unserer Leser.

Diese müssen nicht dem politischen Willen des Stadtverbandes Ilmenau
der Partei "Die Linke" entsprechen.


„Und das Kasterl, das ist gelb“ ...

... sang einst Postzusteller Alois Wachtel alias Schauspieler Alfred Müller in der beliebten Silvester-Fernsehserie „Ferienheim Bergkristall“. Ja, und solch ein gelbes „Kasterl“ gab es noch vor einigen Wochen am Dienstleistungsgebäude im Wohngebiet „Stollen“. So mancher, der zur Sparkasse, ins Schuhhaus Thiele, zum Frisör, zur IWG oder in die EDEKA-Kaufhalle ging, vertraute ihm bei dieser Gelegenheit Briefe und Karten an. In die Jahre gekommen hatte das Gebäude eine Renovierung dringend nötig und deshalb musste der Briefkasten verständlicherweise abgebaut werden, um die Arbeiten nicht zu behindern. Mittlerweile sind die freilich abgeschlossen, doch das gelbe „Kasterl“ wurde bislang noch nicht wieder angebracht. So mancher fragt daher schon, ob der Post an dieser Stelle in Kürze wieder so einfach wie bequem Weihnachts- und Neujahrsgrüße sowie andere Sendungen anvertraut werden können, oder ob der „Gelbe“ dazu ausersehen ist, ebenso Geschichte zu werden wie die einst im Gebäude untergebracht gewesene Zweigstelle der Bibliothek und das Postamt 6325 Ilmenau 5. Wie nun bekannt wurde, will die IWG ihre einstige Zusage, den Briefkasten wieder anzubringen, nicht einhalten. Es heißt, sie begründe das mit Platzproblemen, da die betreffende Seite inzwischen von einem Wandbild geziert wird. Das allerdings entspricht keineswegs den Tatsachen, denn freier Platz für einen Briefkasten ist dennoch zur Genüge vorhanden.

H.-J. Weise

Überall und auch an diesem Ort!

Gedanken anlässlich einer kommunalpolitischen Sitzung

 

Es hätte überall sein können, denn derzeit ist sie in aller Munde, diese Angelegenheit mit den Asylsuchenden. Aber, dass sie an diesem Ort so zur Sprache kam und in diesem Kreis, und in dieser Art und Weise war schon beklagenswert. Es saßen gewählte Stadträtinnen und Stadträte beieinander und  debattierten über Soziales und die Gleichstellung. Und eine Rätin christlicher Seite, zudem gewählte Ansprechperson für Ausländer befand man müsse die männlichen Asylsuchenden belehren über das Grundgesetz, genauer die Gleichstellung von Mann und Frau. Denn, so wurde ihr berichtet, diese ließe zu wünschen übrig und das deutsche Grundgesetz müsse beachtet werden! Da es im zugänglichen Teil der Sitzung geschah, denn die Öffentlichkeit wurde vertreten durch einen jungen Mann, der über seinen Verein berichtete, können wir uns auch darüber an dieser Stelle Gedanken machen. Kurz und gut, oder vielmehr auch nicht, ein zustimmendes Gemurmel setzte ein. Wer bei uns Schutz sucht soll auch das Grundgesetz anerkennen, hieß es. Wer zu uns kommt, der soll unsere Lebensweise annehmen. Und es schien so logisch, es klang so gut: Wen ich in den Urlaub fahre rief ein Stadtrat, dann richte ich mich auch nach den Sitten und Gebräuchen der dort Lebenden. Ja, es ist richtig es gibt Probleme im Zusammenleben zwischen und mit denen, die zu uns flüchten und es wird weiter Probleme geben. Ja, es ist aber auch richtig, es gibt Probleme zwischen denen, die hier leben und denen die hier leben! Immer können zwischen Menschen Probleme auftreten. Und es ist nicht daran zu rütteln, wir müssen verteidigen, was an fortschrittlichen Werten in unseren Gesellschaften entstand. Aber zwei Aspekte gilt es dabei zu beachten. Zum ersten: das Recht auf Asyl ist ein hohes, gestützt durch Grundgesetz und die Charta der Vereinten Nationen. Recht fragt nicht nach Wohlverhalten, Recht fragt nicht nach Anpassung, Recht wird gewährt aus sich heraus. Oder ist es so in Deutschland, dass der Empfänger von ALG II, übler weise Hartz 4 genannt, dies nur bekommt, wenn er die Gleichberechtigung von Mann und Frau anerkennt? Oder wenn er in seine Wohnung regelmäßig, säubert? Dies wäre ein Stück aus dem Tollhaus! Obwohl... doch dazu später.

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Willi Ganka – er wird uns fehlen

Wenn ein Mensch nach 95 reich an Arbeit, Wissen und Erfahrung gewesenen Lebensjahren, guter und erfolgreicher wie auch weniger guter oder gar leidvoller, von uns geht, ist das – nüchtern betrachtet – nicht ungewöhnlich. Und dennoch ist es ein schwerer Verlust – für seine Familie ebenso wie für alle, die ihn gut kannten und schätzten, und nicht zuletzt für die Partei DIE LINKE. Mit Willi Ganka verlieren wir einen Genossen, der zu denen gehörte, die in schwerer Zeit nicht verzagten, nicht die Flinte ins Korn warfen, nicht davonliefen, sondern kritisch nachdachten über Fehler, Fehlleistungen und Versäumnisse. Er gehörte zu jenem im Vergleich zur bisherigen, nach Millionen von Mitgliedern zählenden Partei leider nicht sehr groß gewesenen „Fähnlein der sieben Aufrechten“, die allem Hass und allen Anfeindungen zum Trotz einen Neuanfang wagten. Wenn heutige selbsternannte „Bürgerbewegte“ in ihrem blindwütigen Antikommunismus gegen DIE LINKE und ihre Vergangenheit wettern, obwohl die SED zwar die wichtigste, aber eben auch nur eine ihrer Vorgängerparteien ist, dann meinen sie nicht die damals Davon- oder gar zu Grünen, SPD, FDP und CDU Übergelaufenen. Dann meinen sie Genossen wie eben Willi Ganka, die damals allen Mut zusammennahmen und begannen, auf den Trümmern der SED mit der PDS eine neue, demokratisch-sozialistische Partei aufzubauen.

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Aufarbeitung nach Art des Hauses

Herr Mohring will nun doch die Vergangenheit der CDU in den Thüringer Bezirken Erfurt, Gera und Suhl aufarbeiten lassen, natürlich aus dem Blickwinkel des schon von Thomas Mann als „die Grundtorheit unserer Epoche“ gegeißelten Antikommunismus. Da kann man sich das Ergebnis schon jetzt an den fünf Fingern abzählen: Der Götting war's und ein paar andere, die vor der SED gekuscht haben, die übrigen Mitglieder waren harmlose Mitläufer, die Partei hatte keinerlei Einfluss, also nichts zu sagen, und natürlich gab es unter der Oberfläche das sprichwörtliche Fähnlein der widerständigen sieben Aufrechten.

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Die "ideologisch falsche Sicht" und wer sie wirklich hat

In der "TA" vom 16. Mai beschwerte sich Herr Sandmann über von ihm "Störer" genannte Personen, die den US-amerikanischen Generalkonsul hätten nötigen wollen, auch zum sowjatischen Ehrenmal zu gehen. Ebenso beschwerte er sich über Kritiken an der Musik, die während der separaten Veranstaltung der CDU intoniert worden war. Nun ist es schon bezeichnend für die dortige Sichtweise, wenn lediglich des Kriegsendes und nicht der Befreiung vom Faschismus gedacht wurde. Es ist ebenso bezeichnend, dass Posten der an Kriegen in aller Welt beteiligten Bundeswehr aufgezogen waren und das bereits in der Nazi-Wehrmacht üblich gewesene "Ich hatt einen Kameraden" gespielt wurde. Das klingt nämlich nicht nach Befreiung, sondern viel eher nach einem Bedauern der verdienten Niederlage des faschistischen "Dritten Reiches".

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